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Techniken des Leibes

 

Abschlusstagung des DFG-Netzwerkes »Kulturen der Leiblichkeit«, in Kooperation mit dem DFG-Graduiertenkolleg »Sichtbarkeit und Sichtbarmachung – Hybride Formens des Bildwissens« an der Universität Potsdam, unterstützt von der Deutschen Forschungsgemeinschaft, der Deutschen Gesellschaft für Ästhetik, der Universität und Fachhochschule Potsdam und der Zürcher Hochschule der Künste

 

 

 

Donnerstag, 25. September und Freitag, 26. September 2014 in der Literaturwerkstatt Berlin, Knaackstrasse 97, 10435 Berlin, auf dem Gelände der Kulturbrauerei, Prenzlauer Berg, organisiert von Fabian Goppelsröder (DFG-Graduiertenkolleg »Sichtbarkeit und Sichtbarmachung«, Universität Potsdam) und Jörg Sternagel (Europäische Medienwissenschaft, Universität Potsdam)

 

 

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PROGRAMM

 

Techniken des Leibes

 

 

 

Der Leib hat, folgt man der Phänomenologie, eine Doppelstellung inne: er ist in der Welt und zugleich das Medium des Zugangs zu der Welt. Vor den Techniken mit Apparaturen und Instrumenten steht die Gesamtheit der Techniken des Leibes. Das Verhältnis von Natur und Kultur entfaltet sich im leiblichen Verhalten, im praktischen Umgang mit den Dingen, in materiellen und performativen Bedingungen. In aktueller Eingewöhnung durch Betätigung geht Erlerntes in die Welt ein. Im wiederholten Tun wird ein Habitus erworben, der sich im Entstehen der sichtbaren Welt sedimentiert. Zwischen Kulturen und Generationen platziert sich der Leib als erstes technisches Medium des Menschen, der im mimetischen Umgang und Inkorporation weiter trägt und gibt, praktiziert und fungiert. Die Technē orientiert sich am Leib, der etwas erscheinen lässt, erfindet, herstellt, sich aneignet und umformt.

 

Die Tagung will die Frage nach der Medialisierung des Leibes mit der Verleiblichung der Medien verbinden und fragt auch nach der Offenheit des Technischen, ausgehend von einer (1) Technizität von Leiblichkeit, der (2) Sensibilität des Maschinellen und einer (3) Logik der Medialität. Sie rückt damit lebensweltliche Vollzüge in den Vordergrund, die sich um Techniken des Leibes zwischen Aneignung und Abweichung in Ausgestaltungen von Praktiken, Sinnlichkeit und ihrer Ausdrucksformen ereignen:

 

(1) Die Technizität von Leiblichkeit verschränkt Reflexionen über das Zur-Welt-Sein-durch- einen-Leib mit Überlegungen zur Genese der sichtbaren Welt, zwischen Aktualität und Habitualität, in der alltägliche Verrichtungen über den Leib geschehen, von der Weise des Schwimmens bis zum Gebrauchs eines Instruments wie der Schere.

 

(2) Die Sensibilität des Maschinellen verweist zurück auf den menschlichen Leib, indem sich ein intentionaler Bogen zwischen Wahrnehmung, Motilität und Handlung aufspannt und Techniken des Leibes zum Vehikel werden, von dem aus künstlerische Praktiken möglich sind, die beispielweise Bewegungen aufzeichnen und digital bearbeiten.

 

(3) In einer Logik der Medialität treffen leibphänomenologische und medientheoretische Überlegungen aufeinander, die in Auseinander-Setzungen den Leib als fungierendes Medium diskutieren und Fragen nach den Konsequenzen für weitere Beschreibungen von Medium und Kultur stellen.

 

Jedes Panel bietet Raum für drei Kurzvorträge (jeweils 20 Minuten). Zusätzlich zur Diskussion im Anschluss an jeden einzelnen Vortrag wird es einen auf alle drei bezogenen Kommentar mit Panelabschlussdiskussion geben

Programm:

 

Do., 25.09.2014:

 

9.45-10.00: Begrüßung und Einführung: Fabian Goppelsröder und Jörg Sternagel

 

10.00-13.00: Panel 1: Technizität von Leiblichkeit

 

10.00-10.40: Harun Maye (IKKM Weimar): »Kultur- und Körpertechniken sind keine Leibtechniken«

10.40-11.20: Dennis Clausen (FernUniversität in Hagen): »Akteure, Medien und Leiblichkeit. Ein leibphänomenologischer Beitrag zu einer Akteur-Medien-Theorie«

11.40-12.20: Marc Rölli (Zürcher Hochschule der Künste): »Design als Interface zwischen Mensch und Maschine«

 

12.20-13.00: Kommentar und Diskussion: Reinhold Görling  (Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf)

 

13.00-14.30: Pause

 

14.30-17.30: Panel 2: Sensibilität des Maschinellen

 

14.30-15.10: Katerina Krtilova (IKKM Weimar): »Begreifen. Husserl, Heidegger, Flusser und ubiquitous computing«

15.10-15.50: Stefan Kristensen (Université de Genève/Universität Heidelberg): »Maschine und Subjektivität. Die Position des Körpers/Leibes in Félix Guattaris Konzeption des Unbewussten«

16.10-16.50: Moritz Queisner (Humboldt-Universität zu Berlin): »Ferngesteuerte Operationen: über das Problem der Mensch-Maschine Kooperation bei bildgeführten Interventionen«

 

16.50-17.30: Kommentar und Diskussion: Marie-Luise Angerer (Kunsthochschule für Medien Köln)

 

17.30-19.30: Pause

 

19.30-21.00: Abendvortrag: Dieter Mersch (Zürcher Hochschule der Künste): »Kritik der Ecotechnie« Moderation: Inga Römer (Bergische Universität Wuppertal)

 

Fr., 26.09.2014:

 

9.45-10.00: Begrüßung und Einführung: Fabian Goppelsröder und Jörg Sternagel

 

10.00-13.00: Panel 3: Logik der Medialität

 

10.00-10.40: Emmanuel Alloa (Universität St. Gallen): »Aktiv, Passiv, Medial. Spielarten des Vollzugs«

10.40-11.20: Tobias Nikolaus Klass  (Bergische Universität Wuppertal): »Der utopische Körper als Medium«

11.40-12.20: Antje Kapust (Ruhr-Universität Bochum): »›Oratio obliqua‹ der Technik und leibliche Hyperbolik«

 

12.20-13.00: Kommentar und Diskussion: Michael Mayer (Universität Potsdam)

 

13.00-14.15: Pause

 

14.15-15.15: Runder Tisch: Thomas Bedorf (FernUniversität in Hagen), Fabian Goppelsröder (Universität Potsdam), Christian Grüny (Universität Witten/Herdecke), Jörg Sternagel (Universität Potsdam)