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Wissenschaftliches Netzwerk „Kulturen der Leiblichkeit“

Förderzeitraum 2011-2014

 

 

Die Unterscheidung zwischen Körper und Leib ist um die Wende zum 20. Jahrhundert in der Philosophie von verschiedenen Seiten, v.a. aber von der Phänomenologie zu einem methodischen Instrument erhoben worden. Während wir einen Körper haben, sind wir ein Leib, der als Medium der Erfahrung zugleich die Orientierung in der Welt strukturiert. Zum Ende des 20. Jahrhunderts lässt sich in den Kulturwissenschaften ihrerseits eine Wende zum Körper beobachten, wodurch die Kulturen nicht mehr allein als Leistungen des „Geistes“ oder Effekte von „Diskursen“ betrachtet werden können, sondern körperlich-materiell fundiert werden. Das Netzwerk „Kulturen der Leiblichkeit“ widmet sich der Frage, ob und inwieweit die Differenz zwischen Leib und Körper für die Kulturwissenschaften fruchtbar gemacht werden kann.

Die 15 Forscherinnen und Forscher aus Deutschland und der Schweiz des seit 2011 von der DFG geförderten Netzwerkes prüfen in insgesamt vier Arbeitstagungen zwischen 2011 und 2013, inwieweit sich der Leibbegriff dazu eignet, die Körperlichkeit der Kultur zwischen Diskursivierung des Körpers und unhistorischer Materialität oder anders gesagt: zwischen Konstruktivismus und Objektivismus zu vermitteln. Das Forschungsnetzwerk widmet sich dabei sowohl einer Erhebung der gebräuchlichen Leibbegriffe wie deren Anschlussmöglichkeiten in konkreten kulturwissenschaftlichen Forschungsfeldern. Als ein erstes Resultat der Arbeit des Netzwerks ist 2012 in der Reihe UTB das Handbuch „Leiblichkeit. Geschichte und Aktualtität einen Konzepts“ (Tübingen: Mohr-Siebeck) erschienen.

Das Netzwerk stützt sich auf den langjährigen Arbeitszusammenhang der „AG Phänomenologie und neuere französische Philosophie“, die ihrerseits aus dem Bochumer Teil des DFG-Graduiertenkollegs „Phänomenologie und Hermeneutik“ (1992-1998) hervorgegangen ist.